Die Herabwürdigung von Arbeitnehmern wegen ihrer ostdeutschen Herkunft stellt keine entschädigungspflichtige Diskriminierung dar. Da Ostdeutsche weder Mitglieder einer ethnischen Gruppe noch Träger einer einheitlichen Weltanschauung seien, können sie bei erlittenen Demütigungen oder Stigmatisierungen wegen ihrer ostdeutschen Herkunft keine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verlangen, entschied das Arbeitsgericht Berlin in einem am Mittwoch, 02.10.2019, bekanntgegebenen Urteil (AZ: 44 Ca 8580/18).

Geklagt hatte ein stellvertretender Ressortleiter eines Zeitungsverlages. Der Mann verlangte von seinem Arbeitgeber eine Entschädigung, Schadenersatz und Schmerzensgeld, weil er von zwei vorgesetzten Mitarbeitern wegen seiner ostdeutschen Herkunft gemobbt worden sei. Sie hätten ihn stigmatisiert und gedemütigt.

Doch das Arbeitsgericht wies die Klage ab. Dem Kläger stehe nach dem AGG keine Entschädigung zu, da er nicht wegen seiner ethnischen Herkunft oder Weltanschauung benachteiligt worden sei. Denn Menschen ostdeutscher Herkunft seien weder Mitglieder einer ethnischen Gruppe noch Träger einer einheitlichen Weltanschauung.

Auch Schadenersatz wegen einer erlittenen Persönlichkeits- oder Gesundheitsverletzung lehnten die Berliner Arbeitsrichter ab. Denn der Kläger habe seinen Arbeitgeber nicht rechtzeitig über das Verhalten seiner Vorgesetzten informiert. Dem Ressortleiter treffe damit ein Mitverschulden, so dass eine Ersatzpflicht des Arbeitgebers entfalle, heißt es weiter in dem Urteil vom 15.08.2019.

 

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